Duales Studium ‒ Pro und Contra / Vorteile und Nachteile
Als Teilbereich der Betriebswirtschaftslehre und Mittel, um Kunden zu gewinnen, ist Marketing eine wesentliche Säule nahezu aller Unternehmen. Ob es nun darum geht, Werbemaßnahmen zu entwickeln, Vertriebswege zu optimieren oder die Preispolitik anzupassen ‒ ein Blick für das aktuelle Marktgeschehen ist genauso erforderlich wie die Kenntnis ökonomischer Prinzipien. Wer akademische Qualifikationen und praktisches Know-how mitbringt, hat gute Karten. Da ein duales Studium beides quasi zeitgleich vermittelt, kann dies der optimale Weg in den Marketingberuf sein. Ergänzend zu diesem Artikel, der alle Hochschulen aufführt, die ein duales Marketing Studium anbieten, geht es in den folgenden Zeilen um das Pro und Contra bzw. die Vorteile und Nachteile eines dualen Studiums.
Die Branche kennenlernen
Der wohl größte Vorteil des dualen Studiums ist die durchgängige Nähe zur Branche: Im Wechsel mit den Lehrveranstaltungen steht Praxis im Betrieb auf dem Plan, während man bei einem nicht-dualen Studium fast nur die Seminarräume, Hörsäle, vielleicht noch Laboratorien seiner Hochschule kennenlernt (abgesehen von einzelnen, oft freiwilligen Praktika). An der Internationalen Berufsakademie zum Beispiel sind pro Woche jeweils 20 Stunden im Studium und 20 Stunden im Unternehmen vorgesehen. So werden die Studierenden frühzeitig und kontinuierliche in die betrieblichen Abläufe eingebunden.
Soft Skills schulen
Die Präsenz in einer „echten“ Firma hilft auch bei der Entwicklung sozialer Kompetenzen, die für das Berufsleben wichtig sind, etwa Teamfähigkeit oder Kommunikation. Natürlich gibt es auch an der Hochschule ein Miteinander und/oder spezielle Seminare zu diesen Themen, doch es ist etwas anderes, z. B. gemeinsam eine reale Marketingstrategie zu entwickeln, an Mitarbeitermeetings teilzunehmen oder Gespräche mit Vorgesetzten zu führen. Viele Firmenchefs achten auf praktische Erfahrungen im Lebenslauf, weil die Chancen dann größer sind, dass die neue Mitarbeiterin oder der neue Mitarbeiter sich gut in die Gegebenheiten und das Betriebsklima einfindet.
Fließender Übergang
Ähnlich wie bei der dualen Berufsausbildung, hat es seine Vorteile, sich schon während der Lehrzeit in einem Betrieb zu profilieren: Viele dual Studierende werden nach ihrem Abschluss von der Firma übernommen bzw. an eine andere Filiale oder ein Partnerunternehmen vermittelt. Schließlich geht man bei neuen Bewerberinnen und Bewerbern eher das Risiko ein, die Person falsch einzuschätzen. Die Absolventen dualer Studiengänge wiederum können sich auf diese Weise oftmals das aufwendige Bewerbungsverfahren und die damit verbundene Zitterpartie sparen.
Hohe Anforderungen
Die mehrfache Qualifikation hat ihren Preis. Ein duales Studium erfordert sehr viel Einsatzbereitschaft, Abstriche bei der Freizeit und die Fähigkeit, flexibel zu denken bzw. zu handeln. Schließlich müssen die Teilnehmer sich immer wieder umstellen, von der Vorlesung in das Büro und umgekehrt. Das erfordert eine ständige Anpassung an die Arbeits-/Lernumgebung, Kommilitonen/Kollegen und die jeweiligen Aufgaben. Es gilt den Lernstoff zu bewältigen, Prüfungen zu bestehen und zugleich die betrieblichen Erwartungen zu erfüllen. Bei dualen Studiengängen, die Theorie und Praxis jeweils an denselben Tagen beinhalten (z. B. vormittags an der Hochschule, nachmittags im Betrieb) können auch die Anfahrtswege viel Energie und Zeit kosten. Letzteres ist dank der Kooperationen zwischen den Bildungseinrichtungen und den Betrieben jedoch oft ganz gut geregelt.
Vertragliche Bindung
Voraussetzung für einen dualen Studienplatz ist in der Regel ein Ausbildungs- oder Praktikumsvertrag mit einem Unternehmen. Die Betriebe übernehmen meist die Kosten für das Studium, oftmals gibt es auch eine Ausbildungsvergütung. Dabei möchte natürlich kein Vorgesetzter draufzahlen. Wird das Ausbildungsverhältnis vorzeitig beendet, kann es sein, dass die gezahlten Studiengebühren erstattet werden müssen. Wer unsicher bei der Wahl des Studiums ist, sollte hier besonders genau hinsehen.
Eine kluge Entscheidung treffen
In jeder Hinsicht ist das duale Studium eine Sache, die wohl überlegt sein will. Genau genommen entscheidet man sich hier schließlich für zwei Dinge zugleich ‒ Studium und betriebliche Schwerpunkte. Speziell bei ausbildungsintegrierenden Studiengängen kommt hinzu, dass die gewählte Zusatzausbildung zu den eigenen Zielen passen sollte. Es gilt diese also genauso sorgfältig auszuwählen wie den Studiengang selbst. Schließlich führen Abschlüsse wie z. B. Call-Center-Agent/in oder Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation in sehr unterschiedliche Richtungen. Interessierte sollten sich auch kritisch fragen, ob Ehrgeiz, Lebensumstände und die persönlichen Fähigkeiten (Ausdauer, Konzentrationsvermögen) ausreichen, um das hohe Pensum zu bewältigen. Auf der anderen Seite kann das duale Studium genau das I-Tüpfelchen verleihen, das einem vorschwebt. Da hilft nur: sich umfassend informieren und dann entscheiden. Weitere Infos zum dualen Studium und zum Bewerbungsverfahren sind übrigens hier zu finden.


