Uni, FH, Akademie – Wo soll ich Marketing studieren?


Bevor man sich der Frage widmet, wo man studieren sollte, ist auch erstmal die Frage zu klären, warum man überhaupt studieren sollte. Im Folgenden sind einige Punkte aufgezählt, die für ein Hochschulstudium sprechen:

Nun haben wir dir einige Vorteile pro Studium aufgezeigt. Aber welche Hochschule ist die richtige für dich und dein Marketing Studium? Den Studiengang Marketing bzw. den entsprechenden Schwerpunkt gibt es nämlich sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen. Hier geben wir dir einen Überblick über die verschiedenen Einrichtungen und erläutern Vor- und Nachteile.

Schnell-Links:
- Marketing studieren an einer Universität
- Marketing Studium an einer Fachhochschule
- Marketing an einer Akademie/ Berufsakademie

Marketing studieren an einer Universität:

Die Universität ist, gemessen an den Zugangsvoraussetzungen, die höchste Bildungseinrichtung in Deutschland. Den Absolventen von Universitäten stehen oft viele Möglichkeiten, wie zum Beispiel ein Masterstudium, die Promotion (Doktorarbeit) oder der Jobeinstieg, offen.

Wie ist denn so der Studienverlauf im Marketing Studium an einer Uni? Studierende einer Universität werden wissenschaftlich ausgebildet. Das heißt, dass sie lernen, sorgfältig und wissenschaftlich zu arbeiten und mit der Forschung in Berührung kommen

Ein Marketing Studium an der Universität erfordert Selbstdisziplin und Motivationsfähigkeit. Den größten Teil des Lehrstoffes bringt man sich an der Uni selber bei bzw. in Lerngruppen mit anderen Studierenden. Zwar wird in den Vorlesungen der konkrete Lehrstoff behandelt, aber großer Wert wird auf die Nacharbeit des Stoffes gelegt.

Ehrgeiz ist als angesagt für das Marketing Uni-Studium. Aber es lohnt sich. Nach dem Abschluss stehen Uni-Absolventen die meisten Wege aller Hochschulabgänger offen. Es gibt manche Unternehmen, die ganz speziell nur ehemalige Studierende einer Universität einstellen. Alternativ ist natürlich auch das Master-Studium oder die Promotion möglich. Und die persönliche Entwicklung? Da man an der Uni öfters auf sich gestellt ist, sind die Absolventen eher Einzelkämpfer und durchsetzungsstärker. Zudem ist die Fähigkeit, selbstständig an Probleme heranzutreten und sie erfolgreich zu lösen, bei Studierenden einer Universität ausgeprägter als bei FH-Studierenden. Ein weiterer Vorteil, zumindest für die ersten Jahre nach dem Berufseinstieg: Uni-Absolventen verdienen mehr als ihre Kollegen von einer Fachhochschule.

Typisch für das (Marketing) Studium an der Universität:


Marketing studieren an einer Fachhochschule:

Wenn Abiturienten sich über ein (Marketing) Studium informieren, denken sie zuerst an die Universität und unterschätzen, dass ein (Marketing) Studium an einer Fachhochschule die bessere Wahl sein kann. Kleine Anmerkung direkt zum Anfang: Aufgrund des Bologna-Prozesses benennen sich immer mehr Fachhochschulen in „Hochschulen“ um. Lass dich davon nicht irritieren, so will man zum Ausdruck bringen, dass sich die Abschlüsse von FH und Uni dank Bachelor und Master annähern.

Der größte und wohl auch bekannteste Unterschied zwischen einer FH und einer Uni ist sicherlich die Praxisnähe. An der Fachhochschule werden die Studieninhalte von der Theorie direkt in die Praxis übertragen. Studienberater Michael Anziani beschreibt dies so: „An der Universität lernst du z.B. zehn unterschiedliche Theorien zum Marketing – an der FH dagegen lernst du die drei anerkanntesten und überträgst sie dann mittels Fallbeispielen direkt auf praktische Beispiele“. Dies ist auch der Grund dafür, dass es an Fachhochschulen mehr kreative und anwendungsbezogene Studiengänge (z.B.Kunst) als an Unis angeboten werden.

Ein anderer großer Unterschied liegt in der Organisation des (Marketing) Studiums. Eine FH ist viel stärker verschult. Du kannst es dir richtig wie in der Schule vorstellen, mit vorgegebenem Stundenplan und einem geplanten Klausurzeitraum. Man muss sich also weder für Vorlesungen anmelden noch seine Klausurphase planen – das wird alles durch die FH erledigt. Weiterer Unterschied: Die Gruppengröße. Wenn du Marketing an einer FH studierst, wirst du das in Gruppen von ca. 40-60 Studierenden tun. An der Uni können manche Vorlesungen schon mal bis zu 1.000 Studierende umfassen.

Und noch etwas: An der FH kann auch studieren, wer kein Abitur gemacht hat. Vorraussetzung zum Studium ist nämlich die fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife. Die erlangt man z.B. durch die Mittlere Reife zusammen mit einer Berufsausbildung.

Typisch für das Marketing-Studium an einer FH:

Aber bei all den aufgeführten Unterschieden gibt es natürlich auch noch einige Gemeinsamkeiten zwischen einer Universität und einer Fachhochschule. Dies sind u.a.:

Marketing an einer Akademie/ Berufsakademie:
Da verschiedene Marketing Studiengänge auch an Akademien angeboten werden, erläutern wir hier im Folgenden auch diese spezielle Art der Weiterbildung.

Grob gesehen darf sich jede Institution, die ein Bildungsangebot bereithält, Akademie nennen. Staatlich anerkannt ist sie dadurch nicht. Dennoch bieten private Akademien oft anerkannte Studienabschlüsse wie den Bachelor of Arts an. Erreicht wird das über eine Kooperation mit einer ausländischen (oft britischen) Hochschule. Man erhält als Marketing-Studierender solch einer Akademie dann meist eine Urkunde der Akademie und einen (englischen) Bachelor. Der Bachelor ist theoretisch dank des Bologna-Prozesses überall gleich anerkannt, jedoch sollte man sich vor dem Studienbeginn über die Möglichkeiten eines Master-Studiums erkundigen. Es kann nämlich vorkommen, dass die Hürden für ein Master-Studium an einer anderen Hochschule mit einem englischen Abschluss deutlich steigen. Ansonsten bietet das Studium an einer Akademie die gleichen Vorteile wie an einer (privaten) Fachhochschule: Kleine Gruppe, praxisnahe Vorlesungen und moderne Ausstattung.

Eine Berufsakademie (BA) weist auch eine starke Praxisorientierung auf, ist aber keine Hochschule und verleiht daher auch keine akademischen Grade. An einer Berufsakademie findet ein Teil der Ausbildung eines Unternehmens statt. Diese duale Ausbildung (im Bereich Marketing) ermöglicht, dass der Auszubildende bzw. Studierende zusätzlich noch einen Abschluss einer Berufsakademie erlangen kann. Das funktioniert, indem der Interessent einen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen schließt, dass solch eine duale Ausbildung anbietet. Die eine Hälfte der Ausbildung wird dann im Unternehmen geleistet und die andere Hälfte in der Berufsakademie. Hierbei wechseln sich dann die Theorie- und Praxisphasen im Rhythmus von etwa drei Monaten ab. Bei einem erfolgreichen Abschluss erhält man dann einen Grad wie z.B. „Diplom-Betriebswirt (BA)“. Manche Berufsakademien bieten sogar akkreditierte Studiengänge an, bei denen man dann einen staatlich anerkannten Bachelor erhält.

Einen guten Überblick über diese Ausbildungsart gibt es unter http://de.wikipedia.org/wiki/Berufsakademie