Die Bewerbung fürs Studium
An den deutschen Hochschulen wird es zwischen dem 15. Mai und dem 15. Juli richtig turbulent. Denn in diesen beiden Monaten läuft die Hochphase der Bewerbungsfrist für das Wintersemester. Die wichtigen Termine sollten nicht verpasst werden, da mittlerweile fast alle Studiengänge zum Wintersemester starten. Falls man wichtige Termine dennoch nicht wahrnimmt, muss man meist ein Jahr warten. Demjenigen, der mit dem Durchschnitt seiner Schulabschlussnote den Anforderungen der Hochschulen entspricht und die folgenden Grundlagen zur Studienbewerbung beachtet, ist vor dieser Gefahr gewappnet.
In Deutschland kann man eigentlich Studiengänge in drei unterschiedliche Kategorien einteilen. Da wären erst einmal die zulassungsfreien Studiengänge, die hochschulintern zulassungsbeschränkten Studiengänge sowie die bundesweit und landesweit zulassungsbeschränkten Studiengänge.
In die zulassungsfreien Studiengänge lässt sich einfach immatrikulierten, wenn man die Zugangsvoraussetzungen erfüllt. Bei der Hochschule ist hier im Normalfall keine vorherige Bewerbung vonnöten. Dennoch sollte man sich frühzeitig mit der Hochschule in Verbindung setzen, falls eventuell noch zusätzliche Unterlagen benötigt werden. Zwischen dem 15.5. und dem 15.9. liegt der Bewerbungszeitraum, wenn die Studiengänge zum Wintersemester starten.
Bei den hochschulintern zulassungsbeschränkten Studiengängen ist zu beachten, dass die meisten Studiengänge an deutschen Hochschulen mit einem örtlichen Numerus Clausus (NC) ausgestattet sind. Direkt an die Hochschule richtet sich in diesen Fällen die Bewerbung. Normalerweise liegt der Zeitraum dort zwischen dem 15. Mai und dem 15. Juli. Zwischen Alt- und Neu-Abiturienten unterscheiden in Bezug auf den Bewerbungszeitraum auch beim örtlichen NC einige Hochschulen. In der Studienberatung der Hochschule sollte man dahingehend die genauen Termine immer noch einmal in Erfahrung bringen.
Zudem gibt es in Deutschland Studiengänge, die bundesweit einer Zulassungsbeschränkung unterliegen. Koordiniert wird die Vergabe von Studienplätzen in Tiermedizin, Biologie, Pharmazie, Zahnmedizin und Medizin von der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS). Für landesweit zulassungsbeschränkte Studiengänge an Fachhochschulen und Universitäten in Nordrhein-Westfalen gilt gleiches.
Aus dem Magazin ZVS-Info, das ab Anfang November (für ein Sommersemester) und für ein Wintersemester ab Mitte April in allen Studienberatungsstellen der Hochschulen, den Berufsinformationszentren (BIZ) der Agenturen für Arbeit und in allen weiterführenden Schulen erhältlich ist, erfährst du, ob die ZVS für deinen Studiengang zuständig ist. Außerdem variieren die Auswahlgrenzen von Semester zu Semester, da diese von der ZVS nicht willkürlich festgesetzt werden, sondern immer das Ergebnis von Angebot und Nachfrage sind.
Für Alt- und Neu-Abiturienten gelten unterschiedliche Bewerbungstermine. Alle Abiturienten, die ihre Hochschulreife beziehungsweise ihre Fachhochschulreife vor dem aktuellen Jahr erworben haben, werden als Alt-Abiturienten eingestuft. Der 31. Mai ist hier Stichtag für Bewerbungen. Bis zum 15. Juli haben Neu-Abiturienten für die Bewerbung Zeit, da sie ihr Reifezeugnis innerhalb des aktuellen Jahres erhalten haben.
Zum Numerus Clausus ist noch zu sagen, dass dieser keinen fixen Wert beschreibt. Er wird an jeder Hochschule und für jedes Fach unterschiedlich definiert und ändert sich in jedem Semester. Anhand der Anzahl der freien Studienplätze im Verhältnis zu der Anzahl der Bewerbungen wird der Numerus Clausus berechnet. Der NC ist hoch, wenn ein Studiengang sehr beliebt ist.
Mit den gar nicht selten umfangreichen schriftlichen Bewerbungsunterlagen beginnt an privaten Hochschulen der Bewerbungsprozess. Auch hier sollten selbstredend die Unterlagen sorgfältig ausgefüllt werden. Das Auswahlkollegium verschafft sich schließlich damit einen ersten Eindruck des Bewerbers, die Unterlagen sind zu Beginn erst einmal dessen einzige Visitenkarte. Hier sind kurze und prägnante Formulierungen zu wählen und auf eine übersichtliche Form zu achten. Die europäische Wirtschaftshochschule in Berlin beispielsweise lädt danach ihre Bewerber zu einem sogenannten European Management Admission Test (EMAT) ein, dessen Ziel es ist, ein Persönlichkeits-, Sprach- und Eignungsprofil zu erstellen.
Wir wünschen viel Erfolg bei der Studienbewerbung.


