Qual der Wahl – Welcher Studiengang ist der richtige für mich?


In Deutschland gibt es über 4.500 Studienfächer. Da fragt man sich natürlich, wie man hier einen Überblick bekommen und den passenden Studiengang auswählen soll. Wir können dich beruhigen: Du musst gar nicht alle Studiengänge kennen, um eine gute Studienwahl zu treffen. Wenn du weißt, für welche Fachgebiete und Tätigkeitsfelder du dich interessierst, fallen automatisch tausende Studiengangsoptionen weg. Aber woher weiß man, was einen wirklich interessiert und welcher Berufstätigkeit man später ein paar Jahrzehnte nachgehen möchte? Das ist natürlich direkt nach dem Abitur oder dem Fachabi schwer zu konkretisieren. Wir können dich aber beruhigen: Ein Studium dient nicht nur dem Erwerb von fach-/studiengangsspezifischen Kenntnissen, sondern vor allem der Persönlichkeitsbildung. Das bedeutet, dass du durchaus in 10 oder 20 Jahren einen Job ausüben kannst, der nur noch bedingt etwas mit dem damals von dir gewählten Studiengang zu tun hat.

Aber erstmal solltest du natürlich ein Studienfach finden, dass dein Interesse weckt und deine Fähigkeiten trifft. Wie stellt man so etwas an? Wir geben dir einige Hinweise zur richtigen Studienwahl an die Hand.

Zunächst solltest du nicht allzu viel Zeit auf vermeintliche Ratschläge á la “Eine 5 in Deutsch? Dann auf keinen Fall Jura studieren” oder „Sehr gute Noten in Mathe? Dann sind doch die Naturwissenschaften das richtige Fachgebiet“ verwenden. Wobei es hier allerdings auch zu differenzieren gilt: Wenn dir Fächer wie Sozialwissenschaften oder Politik in der Schule überhaupt keinen Spaß gemacht haben, werden sicherlich auch Studiengänge wie BWL oder Volkswirtschaftslehre nicht deine Interessen treffen.

Folgende Fragen können dir helfen, die in Frage kommenden Studiengänge einzugrenzen:

Welche Tätigkeiten machen mir Spaß? Womit beschäftige ich mich in meiner Freizeit?
Die Dinge, mit denen du dich freiwillig in deiner Freizeit beschäftigst, egal ob es Inhalte von Schulfächern oder schulfremde Themen sind, zeigen dir einen ersten Weg, in welche Richtung deine zukünftige Studien- und Berufswahl gehen kann. Das heißt nicht, dass du unbedingt Medien- & Webdesign studieren musst, weil du in der Freizeit Webseiten gestaltest. Aber vielleicht wären Studiengänge im Bereich BWL mit Schwerpunkt Marketing/ Online-Marketing ja dann für dich interessant. Und wer begeisterter Sportler ist und sich auch ehrenamtlich im Verein engagiert und die Finanzen checkt, ist vielleicht mit einem Sportmanagement Studium gut beraten. Oder aber mit einem Studium im Bereich Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung, wenn der verantwortungsvolle Umgang mit den Vereinsfinanzen viel Spaß macht.



Welche Fachgebiete interessieren mich?
Natürlich werden dich vor allem Fachgebiete interessieren, denen du auch wie oben beschrieben in deiner Freizeit nachgehst. Aber liest du darüber hinaus gerne den Wirtschaftsteil in Zeitungen oder spezialisierte Zeitschriften wie die Wirtschaftswoche? Hier scheint ein Interesse am Bereich Betriebswirtschaft und Management vorhanden zu sein.

Welche persönlichen Ziele verfolge ich? Lege ich Wert auf Geld und Karriere?
Es ist ja nichts schlimmes, Wert auf eine möglichst steile Karriere zu legen und das Ziel zu verfolgen, im Job später sehr viel Geld zu verdienen. Dann muss man sich aber auch bewusst sein, dass Studiengänge wie beispielsweise Physiotherapie, Sozialpädagogik oder Journalismus zu 99% nicht zur Wahl stehen können. Im Gegensatz dazu wird für jemanden, der großen Wert auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance (also einen vernünftigen Anteil von Freizeit am Tag) legt, ein Job wie Unternehmensberater oder Insolvenzverwalter auch nicht in Frage kommen. Das scheint offensichtlich zu sein, sollte man sich aber trotzdem mal vor Augen halten.

Hat man dann einen passenden Fachbereich oder direkt den richtigen Studiengang gefunden, sollte man diese Entscheidung mit vertrauten und ehrlichen Personen absprechen. Dazu gehören die Eltern genauso wie die besten Freunde. Wenn gewichtige Gründe gegen die Wahl des Studiengangs sprechen, sollte man sich damit noch mal genauer befassen. Generell aber raten wir dir, einen Studiengang niemals nur zu wählen, weil es jemand von dir erwartet. Denn wenn du keinen Spaß an deinem Studiengang hast, wirst du immer unglücklich mit der Wahl bleiben.

Zum Schluss möchten wir noch auf ein paar „altmodische“ aber wirksame Mittel hinweisen, mit denen man auch die Studienwahl angehen kann. Wir empfehlen folgende Bücher zur Lektüre:

   
Der große Studienwahltest   Studien- und Berufswahl 2010/2011   Studieren, aber was?: Die richtige Studienwahl für optimale Berufsperspektiven.
   
Der Hochschul- Test. So wähle ich den optimalen Studienort.   Das Uni-Einmaleins: Studieren – alles, was man wissen muss  



Auch auf folgenden Seiten kann man Studienwahltests absolvieren:
http://www1.spiegel.de/active/studienwahltest/fcgi/studienwahltest.fcgi
http://www.was-studiere-ich.de
http://www.ruhr-uni-bochum.de/borakel/