Weiterbildung: Staatlich geprüfter Betriebswirt Schwerpunkt Absatz / Marketing

Karriere im Marketing geht nicht ohne Studium? Und ob! Mit der Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt mit Schwerpunkt Marketing erwirbst du nicht nur jede Menge Marketingwissen, sondern auch einen der höchsten kaufmännischen Weiterbildungsabschlüsse. Alle Infos zu Inhalten, Voraussetzungen und Karriereaussichten findest du hier.

Einleitung

Fest steht: Unternehmen und Organisationen sind auf qualifizierte Marketing-Profis angewiesen. Nur mit einer durchdachten Marketingstrategie, einer ausgewogenen und zur Zielgruppe passenden Mischung unterschiedlicher Marketingmaßnahmen (Marketing-Mix) und konsequentem Monitoring des eigenen Erfolgs sowie der Wettbewerber können Produkte und Dienstleistungen erfolgreich am Markt platziert werden. Die gute Nachricht: Ein Studium ist nicht die einzige Option, um im Marketing beruflich durchzustarten. Eine kaufmännische Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt mit Schwerpunkt Marketing / Absatzwirtschaft (auch als Schwerpunkt Marketingkommunikation bekannt) vermittelt betriebswirtschaftliches Fachwissen und umfangreiches Marketing-Know-how und belohnt dank staatlicher Abschlussprüfung mit einem der höchsten kaufmännischen Weiterbildungsabschlüsse: dein Sprungbrett ins Management oder in anspruchsvolle Führungspositionen.

Die Weiterbildung eignet sich besonders für IHK-Absolventen aus dem kaufmännischen Bereich, die ein breites Tätigkeitsfeld bevorzugen und sich nicht in erster Linie fachbezogen weiterbilden möchten.

Fachwirt für Marketing (IHK) oder staatl. geprüfter Betriebswirt für Marketing?

Wer sich genauer mit beruflichen Weiterbildungsmöglichkeiten im Marketing beschäftigt, wird sich schnell fragen, was der Unterschied zwischen dem Fachwirt für Marketing und dem staatlich geprüften Betriebswirt mit Marketingschwerpunkt ist. Der größte Unterschied besteht darin, dass der Fachwirt eher wirtschaftszweigbezogen ausgerichtet ist. Vereinfacht gesagt, ist die Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt mit Marketingschwerpunkt etwas generalistischer als die zum Fachwirt für Marketing. Ein weiterer Unterschied ist, dass es sich beim Fachwirt um einen IHK-Abschluss handelt, während der staatlich geprüfte Betriebswirt mit einer staatlichen Prüfung abschließt.

Staatlich geprüfter Betriebswirt:
Alle Infos

Inhalte

Im Lehrplan stehen betriebswirtschaftliche Fächer, wie BWL, VWL und Rechnungswesen, allgemeinbildende Fächer, wie Deutsch, Englisch und Politik sowie spezielle Marketingfächer. Folgende Themen können dir im Laufe einer Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt begegnen (Auszug):

Betriebswirtschaftliche Fächer

  • Betriebswirtschaftslehre
  • Volkswirtschaftslehre
  • Wirtschaftsrecht
  • Rechnungswesen / Controlling (z.B. Jahresabschluss oder Kosten- und Leistungsrechnung)
  • Wirtschaftsmathematik (z.B. Statistik, Finanzmathematik, Differenzialrechnung)
  • Grundlagen der Wirtschaftsinformatik (z.B. Dateiverwaltung, Tabellenkalkulation)
  • Personal- und Ausbildungswesen mit Arbeits- und Sozialrecht
  • Mitarbeiterführung

Allgemeinbildende Fächer

  • Deutsch (z.B. Umgang mit Texten)
  • Englisch (z.B. Wirtschaftsenglisch, Grammatik, schriftliche und mündliche Kommunikation)
  • Politik (z.B. Staatsaufbau, Soziale Marktwirtschaft und Globalisierung)

Schwerpunkt Marketing / Absatzwirtschaft

  • Marketing Grundlagen
  • Marktforschung
  • Preis-, Produkt-, Distributions- und Kommunikationspolitik
  • Marketingmanagement
  • Internationales Marketing
  • Werbung
  • Direkt-, Event- oder Online-Marketing
  • Customer Relationship Marketing

Die konkreten Lehrpläne unterscheiden sich von Lehrgang zu Lehrgang und sind meist auf der Webseite der Anbieter einsehbar. Manchmal ist es möglich, im Rahmen der Weiterbildung Fremdsprachenzertifikate oder sonstige Zusatzqualifikationen zu erwerben.

Voraussetzungen

Für wen ist die Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt das Richtige? Ganz einfach: für alle, die sich für Marketing, Vertrieb und Werbung begeistern und die formalen Zugangsvoraussetzungen spätestens zum Zeitpunkt der Anmeldung für die staatliche Abschlussprüfung (in der Regel zwei bis drei Jahre nach Lehrgangsbeginn) erfüllen:

  • Je nach Bundesland Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss (mittlerer Schulabschluss nach der 10. Klasse)
  • Eine abgeschlossene Ausbildung in einschlägigem Ausbildungsberuf mit Berufsschulabschluss und mindestens ein Jahr einschlägige Berufspraxis ODER
  • sieben Jahre einschlägige Berufspraxis bei fehlender Berufsausbildung

Wer zwar einen passenden Ausbildungsabschluss hat, die nötige Berufspraxis jedoch noch nicht vorweisen kann, kann diese bis zur Prüfung nachholen. Individuelle Fragen zur Zulassung und den Prüfungsvoraussetzungen beantworten die jeweiligen Bildungsanbieter.

Achtung: Die Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt ist landesrechtlich geregelt. Die genauen Zugangsvoraussetzungen können daher in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich sein. Informiere dich also unbedingt rechtzeitig bei deiner gewünschten Fachschule oder Fachakademie bzw. deinem Fernstudienanbieter, welche Voraussetzungen du für die Lehrgangsteilnahme erfüllen musst.

Sind spezielle Vorkenntnisse nötig?

Teilnehmer müssen vor allem über betriebswirtschaftliches Vorwissen verfügen – wer erfolgreich eine kaufmännische Berufsausbildung absolviert hat, sollte hiermit aber keine Probleme haben. Neben Interesse an Marketing, Werbung & Co. solltest du außerdem gute Mathekenntnisse mitbringen und kommunikationsstark sein.

Ablauf und Dauer

Weiterbildungen zum staatlich geprüften Betriebswirt mit dem Schwerpunkt Marketing umfassen mindestens 2400 Stunden und dauern zwischen zwei und vier Jahren, je nach Lehrgangsform: Vollzeit-Lehrgänge sind meist auf zwei Jahre (vier Semester), berufsbegleitende Präsenz- und Fernlehrgänge auf drei bis vier Jahre ausgelegt.

Zu Beginn der Weiterbildung werden allgemeine betriebswirtschaftliche und allgemeinbildende Inhalte vermittelt. Anschließend beschäftigst du dich mit Themen des Schwerpunkts Marketing / Absatzwirtschaft und eignest dir so wertvolles Fachwissen an. In einer Projektarbeit (auch Betriebsarbeit oder Fallstudie genannt), die du schließlich in einem Kolloquium präsentierst, beweist du, dass du anspruchsvolle betriebliche Problemstellungen eigenständig lösen kannst. Thema und Note der Projektarbeit werden auf dem staatlichen Abschlusszeugnis aufgeführt.

Vollzeit, berufsbegleitend oder Fernlehrgang?

Vollzeit-Lehrgänge sind mit einem 40-Stunden-Job nicht vereinbar, je nachdem ist allerdings die Ausübung einer Teilzeitstelle möglich. Wenn du dich für die berufsbegleitende Lehrgangsform mit regelmäßigem Präsenzunterricht entscheidest, hast du meist freitagabends und samstags Veranstaltungen. Der Vorteil: So kannst du die Weiterbildung auch mit einem normalen Vollzeitjob vereinbaren. Fernlehrgänge bieten diese Möglichkeit ebenfalls. Hier eignest du dir die Inhalte im Selbststudium an und bist nicht an regelmäßige Unterrichtszeiten gebunden. Ganz ohne Präsenzunterricht kommen allerdings auch die Fernlehrgänge zum staatlich geprüften Betriebswirt nicht aus: Am ILS und bei der SGD sind insgesamt drei zweiwöchige Präsenzseminare obligatorisch, in denen du Leistungsnachweise erbringst, die in dein staatliches Abschlusszeugnis eingehen.

Die staatliche Abschlussprüfung

Egal für welche Lehrgangsform du dich entscheidest, am Ende deiner Weiterbildung absolvierst du eine staatliche Abschlussprüfung. Die Prüfungsaufgaben werden von deinem Anbieter gestellt und staatlich genehmigt. In Bayern werden die Prüfungen zentral vom bayerischen Kultusministerium erstellt. Mit dem Abschluss „staatlich geprüfte/r Betriebswirt/in“ erwirbst du gleichzeitig die Fachhochschulreife. Die Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt ist übrigens förderfähig im Sinne des Aufstiegsförderungsgesetzes (Aufstiegs- oder auch Meisterbafög, Infos hier).

Anerkennung

Als staatlich geprüfter Betriebswirt mit Marketingschwerpunkt hast du einen der höchsten kaufmännischen Weiterbildungsabschlüsse. Die staatliche Abschlussprüfung garantiert die Qualität der Weiterbildung, unabhängig vom jeweiligen Anbieter.

Berufsbild

Staatlich geprüfte Betriebswirte arbeiten in Agenturen und Unternehmen aller Branchen und Größen. Durch die Weiterbildung ist auch der Einstieg ins mittlere und obere Management möglich. Dabei sind Absolventen keineswegs auf Positionen im Marketing- und Kommunikationsbereich festgelegt. Zwar erwirbt man durch die Weiterbildung durchaus Marketing-Spezialwissen, aber eben auch fundierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse, die die Basis für viele betriebswirtschaftliche Tätigkeiten bilden: die optimale Kombination aus branchenübergreifendem betriebswirtschaftlichen Know-how und Fachwissen im Marketing- und Kommunikationsbereich also.

Dennoch bieten sich natürlich vor allem Positionen an, in denen man das erworbene Wissen aus beiden Bereichen einbringen kann, zum Beispiel anspruchsvolle Jobs in Werbung, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit oder Vertrieb. Neben der Planung und Gestaltung betrieblicher Entscheidungen, der Optimierung von Organisationsstrukturen oder der Entwicklung und Durchsetzung von Zielvorgaben, können vor allem folgende Tätigkeiten zum Aufgabenfeld des staatlich geprüften Betriebswirts für Marketing(kommunikation) gehören:

  • Planung, Koordination und Kontrolle von Marketingstrategien, -konzepten und -maßnahmen (Marketing-Mix)
  • Preisbildung, Produktplatzierung, Vertrieb, Verkaufsförderung
  • Budgetplanung für Werbung / Marketing
  • Erstellung eines Mediaplans
  • Beratung der Geschäftsleitung
  • Markt- und Wettbewerbsbeobachtung
  • Marktforschung zusammen mit externen Dienstleistern
  • Mitarbeit im Vertrieb
  • Betreuung und Optimierung der Unternehmenswebseite (Online Marketing)

Gehalt

Die Bundesagentur für Arbeit gibt als beispielhafte tarifliche Bruttovergütung für staatlich geprüfte Betriebswirte eine Spanne von ca. 3.500 bis 3.900 Euro im Monat an. Laut dem Gehaltsvergleichsportal Gehalt.de liegt die Gehaltsspanne zwischen ca. 2.600 und 3.500 Euro. Solche Gehaltsangaben dienen allerdings lediglich der Orientierung, im Einzelfall kann dein Verdienst darunter oder auch darüber liegen und ist von zahlreichen individuellen Faktoren abhängig. Grundsätzlich gilt: Je höher deine Positionen im Unternehmen ist und je mehr Verantwortung du trägst, desto mehr verdienst du.

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