NC für das Marketing Studium

Ein Schreckgespenst geht um unter Deutschlands (Fach)Abiturienten: Der Numerus Clausus, oder kurz NC. Für viele Studienbewerber entscheidet er darüber, ob der Traum vom Studium an der Wunschuni wahr wird – oder erstmal nicht. Was es mit dem NC genau auf sich hat, wie er sich errechnet und welche anderen Kriterien über die Zulassung entscheiden können, wissen die meisten Studieninteressierten gar nicht. Bei uns erfährst du darum alles rund um den NC für das Marketing Studium – inklusive Beispielen zu NC-Werten für Marketing-Studiengänge aus den letzten Semestern.

Alles, rund um den
NC für Marketing

Was ist der NC überhaupt?

Immer dann, wenn die Zahl der Bewerber für einen Studiengang die verfügbaren Studienplätze übersteigt, müssen Unis und FHs entscheiden, wer für das Studium zugelassen wird – und wer leer ausgeht. An öffentlichen Hochschulen geschieht das meist anhand des Numerus Clausus (NC). Dann werden alle Bewerber nach der Durchschnittsnote ihrer Hochschulzugangsberechtigung sortiert: Je besser die Abschlussnote im Abi oder Fachabi, desto weiter oben stehst du auf der Liste.

In der Praxis könnte das dann so aussehen: Bewerben sich an deiner Wunsch-Uni für das Wintersemester 150 Personen auf 100 Plätze, muss die Universität eine Auswahl unter den Bewerbern treffen. Wenn beispielsweise die 50 besten Bewerber eine 2,0 im Abi hatten und 50 weitere eine 2,1, dann haben alle mit einer Abinote von 2,2 leider Pech gehabt – die 100 Studienplätze sind bereits belegt. Der NC liegt dann in unserem vereinfachten Beispiel bei 2,1. Die NC-Werte der vergangenen Semester kann man bei den Hochschulen häufig online abrufen – sie können als Richtlinie für das aktuelle Jahr dienen. Es kann aber durchaus vorkommen, dass der NC im nächsten Jahr nach oben oder unten abweicht – denn er ist von dem Bewerberansturm abhängig und ergibt sich erst im Laufe des Vergabeverfahrens.

Was ist ein Wartesemester?

Gute Nachrichten für alle mit eher mäßigem Abi: Nicht alle Studienplätze werden über den NC vergeben. In der Regel gehen etwa 20% der freien Plätze an die Bewerber mit den meisten Wartesemestern. Alle Semester, die zwischen deinem (Fach)Abi und Studienbeginn liegen, gelten als Wartesemester. Wenn du im Juni deinen Schulabschluss machst und direkt im Oktober desselben Jahres ein Studium beginnst, hast du null Wartesemester. Gehst du aber zum Beispiel erstmal für ein Jahr ins Ausland, machst Praktika oder ein freiwilliges soziales Jahr, hast du bis zum nächsten Wintersemester zwei Wartesemester gesammelt. Auch die Zeit einer Berufsausbildung oder Berufstätigkeit gilt als Wartezeit – Hauptsache du bist nicht an einer Uni oder FH eingeschrieben.

Das Nachrückverfahren

Marketing ist ein beliebter Studiengang. Um die Wahrscheinlichkeit einen der begehrten Studienplätze zu ergattern zu erhöhen, bewerben sich viele Abiturienten an deutlich mehr als einer Hochschule. Die Folge: Wer ein gutes bis sehr gutes Abitur oder Fachabi hat, bei dem landet vermutlich auch mehr als eine Zusage im Briefkasten. Annehmen kann man allerdings nur einen Studienplatz. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass an den anderen Hochschulen wieder Plätze frei werden. Diese werden im nächsten Schritt in den sogenannten Nachrückverfahren an die Bewerber vergeben, die als nächstes in der „Rangliste“ stehen. Lag der NC z.B. bei 2,2, gehen wieder frei gewordene Studienplätze im Nachrückverfahren zuerst an Bewerber mit einer 2,3. Wenn dann immer noch Plätze unbesetzt sind, kann es ein zweites oder drittes Nachrückverfahren geben.

Mit Glück zum Studienplatz: Das Losverfahren

Im regulären Auswahlverfahren bist du leer ausgegangen? Kein Grund den Traum vom Marketing Studium frühzeitig zu beerdigen – mit etwas Glück kann es doch noch mit dem Studienplatz klappen. Denn nicht immer können Hochschulen alle Studienplätze rechtzeitig zum Beginn der Vorlesungszeit vergeben. Wenn nach dem Vergabeverfahren bzw. den Nachrückverfahren noch Plätze frei bleiben, etwa, weil Bewerber ihren Platz ablehnen oder sich nicht fristgerecht einschreiben, kommt es zu einem Losverfahren. Hierfür musst du dich allerdings nochmal gesondert anmelden. Nähere Infos dazu gibt’s auf den Webseiten der Hochschulen.

Alternative NC-Berechnungen

Nicht immer bezieht sich der NC nur auf die Abinoten der Bewerber. Einige Hochschulen haben eigene NC-Verfahren entwickelt, bei denen neben der Abschlussnote auch weitere Kriterien mit einfließen. Dann wird zum Beispiel eine gewichtete Note errechnet, in die neben der Durchschnittsnote des (Fach)Abiturs auch die Schulnoten in Mathe und Englisch sowie das Ergebnis eines Eignungstests einfließen. Andere Hochschulen verwenden Punktesysteme. Bewerber bekommen dann eine bestimmte Punktzahl z.B. für

  • die Note der Hochschulzugangsberechtigung
  • die Noten in bestimmten Schulfächern
  • Auslandsaufenthalte
  • Praktika
  • Soziales Engagement
  • Das Ergebnis eines Eignungstests
  • Das Ergebnis eines persönlichen Gesprächs

Wer dann am Ende die höchsten Punktzahlen hat, erhält die Studienplätze.

Weitere Auswahlverfahren

An manchen Unis und FHs entscheiden, statt dem NC, ganz individuelle Auswahlkriterien über die Zulassung zum Marketing Studium. Nach einer schriftlichen Bewerbung inklusive Motivationsschreiben musst du meist in persönlichen Gesprächen, bei Team-Aufgaben oder Allgemeinwissenstests überzeugen. Besonders beliebt sind solche alternativen Auswahlverfahren bei privaten Hochschulen, aber auch staatliche Bildungseinrichtungen setzen manchmal auf Bewerbungsgespräche oder Online-Tests, um die geeignetsten Bewerber herauszufiltern.

NC Werte für Marketing

NC Werte für Marketing (Bachelor und Master)

Nicht alle Universitäten und Fachhochschulen veröffentlichen ihre NC-Werte der Vorjahre. In unserer NC-Tabelle findest du zur Orientierung die Verfahrensergebnisse einiger Marketing Bachelor- und Masterstudiengänge staatlicher Hochschulen. Meist lag der Numerus Clausus hier im guten 2er-Bereich. An einigen staatlichen Fachhochschulen war ein Marketing Studium im WS 2016/2017 auch ohne NC möglich: alle Bewerber wurden zugelassen. Private Hochschulen setzen häufiger als die öffentlichen auf alternative Auswahlverfahren statt eines NCs.

HochschuleStudiengangWintersemesterSommersemester
FU BerlinManagement und Marketing (M.Sc.)2,0 (2017/2018)
HS DarmstadtOnlinekommunikation (B.Sc.)2,6 (2016/2017)
HS KaiserslauternDigital Media Marketing (B.Sc.)zulassungsfrei
FH KielTechnologiemanagement u. Marketing (B.Eng.)2,4 (2017/2018)
HS LudwigshafenMarketing (B.A.)2,3 (2016/2017)2,4 (2016)
FH MünsterInternational Marketing & Sales (M.A.) Alle Bewerber zugelassen (2017/2018)2,3 (2017)
HS NiederrheinInternationales Marketing (B.A.)3,1 (2016/2017)
HS NiederrheinInternationales Marketing (M.A.)Alle Bewerber zugelassen (2016/2017)
HS OsnabrückKommunikationsmanagement (B.A.)2,2 (2016/2017)
HS SchmalkaldenMultimedia Marketing (B.Sc.)zulassungsfrei
Europa-Universität ViadrinaInternational Business Administration – Schwerpunkt Innovation & Marketing (B.Sc.)2,0 (2013/2014)
Europa-Universität ViadrinaInternationale BWL – Schwerpunkt Innovation & Marketing (B.Sc.)2,9 (2013/2014)
Europa-Universität ViadrinaInternational Business Administration (Schwerpunkt Marketing & Management)1,7 (2013/2014)2,0 (2014)

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