Weiterbildung: Geprüfter Fachwirt für Marketing (IHK)

Ein Studium ist nicht die einzige Möglichkeit zum Marketing-Profi zu werden. Die Weiterbildung "Fachwirt / Fachwirtin für Marketing" der Industrie- und Handelskammern vermittelt umfangreiches Marketing-Know-how und hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Vielzahl an Weiterbildungsmöglichkeiten im Marketing: den allseits bekannten und anerkannten IHK-Abschluss. Hier findest du alle Infos zu Inhalten, Voraussetzungen und Karriereaussichten.

Einleitung

Um sich am Markt behaupten zu können, müssen Unternehmen und Organisationen ständig um unsere Aufmerksamkeit wetteifern. Angesichts der starken Konkurrenz und einer fast unüberschaubaren Vielfalt verschiedener Medien und Kanäle durchaus eine Herausforderung.

Hier müssen Profis ran!

Aus diesem Grund beschäftigen die meisten Unternehmen Profis wie den Fachwirt bzw. Fachkaufmann für Marketing, der mit seinem Know-how und seinen Fähigkeiten dafür sorgt, dass ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung die gewünschte Beachtung bekommt. Zu seinen Hauptaufgaben gehören dabei die Analyse der Marktsituation, Auswertungen von Daten aus Firmen und Branchen und natürlich, darauf aufbauend, die Erarbeitung der besten Kommunikations- und Werbestrategie. So tragen sie dazu bei, dass Vertriebswege optimal genutzt und neue Kunden gewonnen werden können. Um hier Karriere zu machen, braucht man neben einer hohen Kommunikationsbereitschaft, analytischen Fähigkeiten und Kreativität vor allem eine fundierte Ausbildung, in welcher man sich die notwendigen Kenntnisse aus den Bereichen Marketing, BWL, Recht und Projektmanagement aneignet.

Der IHK-Abschluss

Möglich ist das mit der spezialisierten Weiterbildung zum „Geprüften Fachwirt für Marketing (IHK)“, die von den verschiedenen Industrie- und Handelskammern angeboten wird. Genau genommen, handelt es sich hierbei um eine "Aufstiegsfortbildung", die nach einem Berufsabschluss und erster Berufserfahrung eine interessante Möglichkeit bietet, berufsbegleitend oder im Fernstudium eine zusätzliche Qualifikation zu erwerben. Aufstiegsfortbildungen zum Fachwirt sind auf einer Qualifikationsstufe mit dem Meisterabschluss (DQR 6) und können entsprechend mit dem Aufstiegsbafög (früher Meisterbafög, Infos hier) gefördert werden.

Die Weiterbildung zum Fachwirt für Marketing (IHK) ist in zwei Stufen unterteilt: In der Regel absolvieren die Teilnehmer zuerst einen vorbereitenden (aber nicht verpflichtenden) Kurs bei einem kooperierendem Bildungsträger, um dann im Anschluss die Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer abzulegen. Der Lehrgang eignet sich besonders für alle, die bereits eine Ausbildung in einem kaufmännischen oder organisatorischen Bereich abgeschlossen haben und sich im Folgenden im Marketing spezialisieren möchten. Alternativ kann man sich bei der IHK auch zum „Fachwirt für Werbung oder Kommunikation“ ausbilden lassen. Natürlich gibt es auch weitere Marketing Weiterbildungen, die ohne IHK-Zertifikat abgeschlossen werden, zum Beispiel der staatlich geprüfte Betriebswirt mit Schwerpunkt Marketing.

Früher Fachkaufmann – heute nur noch Fachwirt

Der Abschluss "geprüfter Fachwirt für Marketing" hat seit 2015 den "Fachkaufmann für Marketing" offiziell abgelöst. Aktuell findet man teilweise noch beide Bezeichnungen in den Lehrgangsangeboten der Weiterbildungsanbieter. In absehbarer Zeit wird der Fachwirt für Marketing den Fachkaufmann aber vollständig ersetzen. Eine Unterscheidung zwischen Fachwirt und Fachkaufmann findet nicht mehr statt.

Fachwirt für Marketing (IHK):
Alle Infos

Inhalte

Da der Lehrgang seine Teilnehmer optimal auf die Prüfung vor der IHK vorbereiten soll, ist er inhaltlich sehr eng an deren Ablauf und Themenzusammenstellung orientiert. Er vermittelt Wissen in den vier übergeordneten Bereichen „Marketingstrategien entwickeln" , „Marketingkonzepte und -projekte planen und umsetzen“, „Marketingprozesse analysieren, bewerten und weiterentwickeln“ und „Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit“, die so auch in der Prüfung abgefragt werden. Hier lernst du zum Beispiel alles über

  • Marktentwicklung, Marktforschung und Marketingstrategien
  • den Marketingmix
  • Projektplanung im Marketing
  • Produkt-, Preis- und Distributionspolitik
  • Wettbewerbsrecht, Internationales Recht und Arbeitsrecht
  • Entwicklung von Marketingkonzepten
  • Controlling und Qualitätssicherung im Marketing
  • Marketinginstrumente und deren Anwendung
  • verschiedene Kommunikations- und Präsentationstechniken
  • Personalplanung und -führung
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Social Media
  • Berufsausbildung (schriftlicher Teil der AdA-Prüfung)

Die konkreten Lehrpläne findest du in der Regel auf der Homepage des jeweiligen Bildungsträgers oder erhältst sie auf Nachfrage bei der Studienberatung.

Voraussetzungen

Die verschiedenen Anbieter der entsprechenden Vorbereitungskurse verlangen meist dieselben Qualifikationen, die auch die IHK zur Prüfungsteilnahme voraussetzt. Diese sind

  • eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zum Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation und eine darauf folgende mindestens einjährige Berufspraxis ODER
  • eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung in einem anerkannten kaufmännischen oder verwaltenden Ausbildungsberuf und eine darauf folgende, mindestens zweijährige Berufspraxis im absatzwirtschaftlichen Bereich ODER
  • eine erfolgreich abgeschlossene Abschlussprüfung in einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf mit einer daran anschließenden, mind. dreijährigen Berufspraxis ODER
  • eine mindestens fünfjährige einschlägige Berufspraxis.

Wer keines dieser Kriterien erfüllt, aber durch die Vorlage von Zeugnissen oder ähnlichen Leistungsnachweisen beweisen kann, dass er über die entsprechenden beruflichen Fähigkeiten und Kenntnisse verfügt, kann ebenfalls zur Prüfung zugelassen werden. Um herauszufinden, ob deine individuellen Qualifikationen für eine Prüfungsteilnahme ausreichend sind, solltest du dich am besten direkt bei der jeweiligen Industrie- und Handelskammer deiner Region erkundigen.

Ablauf und Dauer

Die Weiterbildung zum „Geprüften Fachwirt für Marketing (IHK)“ besteht im Prinzip aus zwei aufeinander folgenden Schritten: Zuerst absolvieren die Teilnehmer einen vorbereitenden Kurs bei einem kooperierenden Bildungsanbieter, um dann im Anschluss die Prüfung vor der jeweiligen IHK abzulegen. Die vorbereitenden Kurse sind in der Regel nicht verpflichtend für die Prüfungsteilnahme, aufgrund des hohen Anspruchs wird die Teilnahme aber dringend empfohlen. Sie werden in verschiedenen organisatorischen Formen abgehalten; dementsprechend stark kann die Dauer der verschiedenen Angebote variieren. So sind manche Kurse zum Beispiel als Wochenend-Lehrgang aufgebaut, was die regelmäßige Anwesenheit der Teilnehmer nötig macht und auf eine Dauer von mehreren Wochen oder Monaten ausgelegt ist; andere hingegen sind Fernlehrgänge, in welchen die Studierenden sich die Inhalte zeitlich und räumlich flexibel selbst aneignen. Welche Studienform sich dabei am besten für dich eignet, hängt nicht nur von deinen persönlichen Lebensumständen, sondern auch von deiner individuellen Lernpräferenz ab.

Die IHK-Prüfung

Um sich „Geprüfter Fachwirt für Marketing (IHK)“ nennen zu dürfen, reicht die Teilnahme an den entsprechenden Lehrgängen allerdings nicht aus. Im Folgenden müssen die Absolventen sich auch noch der Prüfung vor der jeweiligen Industrie- und Handelskammer stellen. Diese ist in zwei Abschnitte unterteilt: die schriftliche und die mündliche Prüfung. Im ersten Teil der Prüfung müssen in fünf Stunden zwei Aufgaben zu den Handlungsbereichen "Marketingstrategien entwickeln", "Marketingkonzepte und -projekte planen und umsetzen", "Marketingprozesse analysieren, bewerten und weiterentwickeln" und "Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit" gelöst werden. Die mündliche Prüfung besteht anschließend auf einem Fachgespräch und einer Präsentation und dauert rund 30 Minuten.

Anerkennung

Anders als bei akademischen Abschlüssen ist im Weiterbildungssektor nicht immer eindeutig, welche Anerkennung und Wertigkeit die jeweiligen Diplome, Zertifikate und Teilnahmebescheinigungen auf dem Arbeitsmarkt wirklich haben. (Fachwirt-)Lehrgänge der IHK stellen hier allerdings eine Ausnahme dar, denn anders als bei den Angeboten privater Bildungsträger schließen sie mit einer öffentlich-rechtlich geregelten Prüfung ab, was ihre hohe Qualität garantiert und ihnen bei potentiellen Arbeitgebern einen hohen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad sichert.

Berufsbild

Der Marketing-Fachwirt arbeitet in Fach- und Führungspositionen in Marketingabteilungen von Unternehmen aller Branchen; man findet ihn aber auch in Werbe- und PR-Agenturen. Zu seinen alltäglichen Aufgaben zählen hier vor allem die Auswertung von verschiedensten Informationsquellen wie Statistiken oder Pressequellen, die Marktforschung (zum Beispiel in Form von eigenen Erhebungen), die Auswertung und Analyse von Daten und deren Aufbereitung und darauf basierend die Planung von entsprechenden Marketingstrategien. Wer in diesem Bereich erfolgreich sein will, sollte neben einer hohen Kommunikationsbereitschaft und analytischem Denken vor allem Kreativität und organisatorisches Talent mitbringen. Eine klassische Karriere im Marketing kann zum Beispiel von der Team- und Abteilungsleitung über die Ebene des Verkaufs- und Vertriebsleiters bis hin zur Führungskraft eines Betriebs verlaufen.

Gehalt

Da die Umstellung der IHK-Weiterbildung vom Fachkaufmann für Marketing auf den Fachwirt noch im Gange ist, sind konkrete Gehaltsangaben unter der neuen Bezeichnung noch schwer zu finden. Für Marketing-Fachkaufleute allerdings gibt die Bundesagentur für Arbeit eine beispielhaft tarifliche Vergütung von ca. 2.500 bis 3.100 Euro pro Monat an. Andere Quellen beziffern ihr Einkommen sogar noch etwas höher.

Wie hoch dein Gehalt nach der erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildung zum geprüften Fachwirt für Marketing tatsächlich ist, lässt sich aber nicht verbindlich sagen, denn es gibt viele Faktoren, die es direkt oder indirekt beeinflussen. Dazu zählen zum Beispiel die Unternehmensgröße, die Berufserfahrung, der Arbeitsort oder die individuelle Position im Unternehmen. So zahlen größere Betriebe in der Regel mehr Gehalt als kleinere und Arbeitnehmer im Osten erhalten, angepasst an die geringeren Lebenserhaltungskosten, weniger Lohn. Zusätzlich steigt dein Einkommen mit wachsender Berufserfahrung und auf der Gehaltsabrechnung eines Projektmanagers findet sich natürlich ein höherer Betrag als auf der eines Trainees. Dementsprechend solltest du den oben genannten Betrag eher als Orientierungswert verstehen, von dem dein reales Bruttogehalt stark abweichen kann – sowohl nach unten als auch nach oben.

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